Übersicht über die internationale Frauen- und Gleichstellungspolitik

Auch in der Frauen- und Gleichstellungspolitik hat die internationale Politik an Bedeutung gewonnen, insbesondere in den 90er Jahren. Obwohl gewisse Probleme und Diskriminierungen je nach Land variieren, sind die Ungleichheit von Frau und Mann, die Diskriminierung von Frauen sowie Phänomene wie die Feminisierung der Armut auf der ganzen Welt verbreitet.

So setzt sich zunehmend die Ansicht durch, entsprechende Probleme und Defizite weltweit gemeinsam zu bekämpfen. Internationale Rahmenabkommen und Vereinbarungen sind von zentraler Bedeutung, um das Ziel der Gleichstellung weltweit zu erreichen. Gleichzeitig ist die Arbeit vor Ort wichtig, da konkrete Verbesserungen im eigenen Land, d.h. in der Schweiz, erfolgen müssen. Für dieses Ziel setzt sich die NGO-Koordination post Beijing Schweiz ein.

Die wichtigsten internationale Dokumente, für deren Umsetzung sich die NGO-Koordination in der Schweiz einsetzt, sind:

  • Die Aktionsplattform, verabschiedet an der 4. Weltfrauenkonferenz der UNO in Beijing 1995 (siehe: Beijing & Aktionsplan)
  • Die Frauenkonvention (Convention on the Elimination of all Forms of Discrimination against Women CEDAW) (siehe: Frauenkonvention)

Eine Übersicht:

Jahr  UNO   Schweiz NGO-Koordination 
1979 CEDAW wird von der Generalversammlung der UNO verabschiedet    
1981 CEDAW tritt in Kraft    
1987   Unterzeichnung der CEDAW  
1995 4. Weltfrauenkonferenz in Beijing/Peking verabschiedet die Aktionsplattform   Teilnahme von Schweizer NGOs an der Weltfrauenkonferenz Gründung der NGO-Koordination post Beijing Schweiz
1997   Ratifikation der CEDAW durch die Schweiz  
1999 Fakultativprotokoll zu CEDAW: Individualbeschwerderecht    
1999   Aktionsplan der Schweiz, gestützt auf die Aktionsplattform: Massnahmenkatalog NGO-Bericht zum Aktionsplan
2000 Fakultativprotokoll tritt in Kraft   Lobbying für Unterzeichnung durch die Schweiz
2001   1. und 2. Staatenbericht der Schweiz über die Umsetzung von CEDAW  
2002     CEDAW-Schattenbericht (in Zusammenarbeit mit MERS)
2002   Evaluation des Aktionsplans NGO-Evaluationsbericht des Aktionsplan
2003   Präsentation vor dem CEDAW-Ausschuss Teilnahme an Präsentation vor dem CEDAW-Ausschuss
2004 Beijing+10 Antworten der Schweiz an UNO im Zusammenhang mit Beijing+10 Alternativbericht zu Beijing+10
2006   Unterzeichnung des Fakultativprotokolls  
2007   Parlament behandelt Vorlage, die Ratifikation des Fakultativprotokolls vorsieht  
2008   3. Staatenbericht der Schweiz über die Umsetzung von CEDAW Schattenbericht (in Zusammenarbeit mit Amnesty International Schweiz)
2009   Präsentation vor dem CEDAW Teilnahme an Präsentation vor dem  CEDAW-Ausschuss
2012 Zwischenbericht der Schweiz zur Umsetzung der Empfehlungen des CEDAW-Ausschusses im Bereich Gewalt und im Bereich Migration und Minderheiten
2014 4./5. Staatenbericht der Schweiz über die Umsetzung von CEDAW
2016 Schattenbericht zum Staatenbericht vom Dez. 2014

 

Neben den beiden zentralen Dokumente – Aktionsplattform resp. Aktionsplan und Frauenkonvention – spielen Frauenrechte auch in weiteren Gebieten der UNO-Politik eine Rolle, im Zusammenhang mit den Menschenrechten im weiteren Sinn (z.B. an der Menschenrechtskonferenz von Wien 1993) und bei den Millenium Development Goals, wobei eines von 8 Zielen, die die Staatengemeinschaft bis 2015 erreicht haben soll, die Gleichheit der Geschlechter und die Förderung von Frauenrechten betrifft ("promote gender equality and empowerment of women").

Der Frage, wie Menschenrechte in der Gleichstellungspolitik in der Schweiz genutzt werden können, geht Erika Schläppi in ihrer von der Eidg. Kommission für Frauenfragen beauftragten Studie nach: "Frauenrechte und Menschenrechte: Wie kann die schweizerische Gleichstellungspolitik die internationale Dynamik besser nutzen?", Frauenfragen 2.2007. Die Studie finden Sie auch hier, auf der Website der Eidg. Kommission für Frauenfragen .

www.weave.ch: Flavia Vattolo / Carol Brandalise