Die Schattenberichte der Schweiz

Erläuterung zum Schattenbericht

Als Reaktion zum Staatenbericht der Schweiz in Sachen Gleichstellung, der alle vier Jahre dem CEDAW neu präsentiert werden muss, publiziert die NGO-Koordination den sogenannten Schattenbericht. Er ergänzt das offizielle Bild, differenziert, zeigt Mängel des Staatenberichts auf, wenn jener etwas beschönigt oder gar verschweigt, und hilft so den Mitgliedern des UN-Ausschusses für die Beseitigung und Diskriminierung der Frau*, die notwendigen Massnahmen für die Länder zu formulieren.

2016: Schattenbericht der NGOs zum offiziellen Staatenbericht 2014

Schattenbericht 2014

Der aktuelle Schattenbericht  ist sowohl in der offiziellen Fassung (entsprechend den Vorgaben vom CEDAW zum maximalen Umfang) wie auch in einer ausführlichen Fassung für die weitere Verwendung der NGO's, Politiker*innen, Medienleute etc. publiziert.

Deutsch: offizielle Version / ausführliche Version

Englisch: official version 

Die Schattenbericht-Beiträge der einzelnen NGO's

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2008: Schattenbericht der NGOs zum offiziellen Staatenbericht 2008

Am 2. April 2008 genehmigte der Bundesrat den dritten Schweizer Staatenbericht zuhanden des CEDAW-Ausschusses. Die NGO-Koordination post Beijing Schweiz und Amnesty International Schweizer Sektion haben daraufhin die Koordination des Schattenberichtes (pdf, 39 S.) übernommen. Dieser wurde am 26. April 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt. Vertreterinnen der NGO-Koordination haben die Anliegen des Berichts dann an der 44. Session des CEDAW-Ausschusses, der vom 20. Juli bis zum 7. August in New York tagte, den Mitgliedern des Ausschusses vorgetragen.

Der Schattenbericht ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Staatenbericht der Schweiz und wurde von zahlreichen Autorinnen verfasst. Sein Ziel ist, den CEDAW-Ausschuss auf heikle Punkte aufmerksam zu machen, damit dieser entsprechende Empfehlungen an die Schweiz formuliert. Denn trotz verschiedener Massnahmen und Anstrengungen auf dem Gebiet der Gleichstellung von Frau* und Mann ist diese in der Schweiz noch lange nicht erreicht. 

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2002: NGO-Bericht der NGO-Koordination post Beijing Schweiz und dem Verein Menschenrechte Schweiz MERS

Die NGO-Koordination post Beijing Schweiz hat in Zusammenarbeit mit dem Verein Menschenrechte Schweiz MERS im Dezember 2002 einen kommentierenden Bericht zum Ersten und Zweiten Bericht der Schweiz über die Umsetzung des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau* (CEDAW) herausgegeben. Die rechtliche Situation der Frauen* in der Schweiz, welche im Bericht des Bundes dargelegt wird, wurde im Januar 2003 vor dem UNO-Ausschuss zur Frauen*konvention von einer Schweizer Delegation vorgestellt. Mit kritischen Fragen wurde überprüft, ob die Schweizer Rechtslage und Rechtspraxis mit der Frauen*konvention übereinstimmt. Mit unserem NGO-Bericht unterstützen wir die Aufgabe der UNO, Lücken im schweizerischen Rechtssystem zu erkennen und sinnvolle Empfehlungen für Verbesserungen an die Schweiz zu richten. Unser Bericht erhebt daher nicht den Anspruch einer vollständigen Parallelkommentierung zum schweizerischen Bericht. Vielmehr war es unser Anliegen, Lücken des offiziellen Berichts aufzuzeigen, d.h. Bereiche zu beleuchten, in welchen die Konformität der schweizerischen Rechtslage oder Rechtspraxis mit dem Übereinkommen zumindest zweifelhaft erscheint und welchen im offiziellen Bericht unseres Erachtens keine oder zuwenig Bedeutung zugemessen wurde. Beispielsweise kennt die Schweiz keinen wirksamen Schutz gegen Frauen*handel. Und es fehlt ein Sozialversicherungsschutz für alle Kinder in Einelternfamilien, zu deren Lebensunterhalt der andere Elternteil nicht oder ungenügend beiträgt. Bäuerinnen müssen als Berufsfrauen anerkannt werden.

Laden Sie sich den NGO-Bericht als pdf herunter: