Jahresbericht 2014

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1. Rückblick

2014 konnte sich die NGO-Koordination post Beijing Schweiz (im Folgenden: NGO-Koordination) entscheidend weiterentwickeln; dies dank der namhaften Erhöhung des finanziellen Beitrags des Bundes im Zusammenhang mit unserer strategischen Partnerschaft. So konnte die Anstellung der Koordinatorin von 20 % auf 50 % erhöht werden.

Aufgrund der strategischen Ausrichtung beabsichtigt die NGO-Koordination noch aktiver zu werden und national wie international präsenter zu sein. Zukünftig wird sich die NGO-Koordination mit ihren rund 30 Mitgliedorganisationen als Kompetenzzentrum im Bereich der Frauenrechte und Gleichstellung positionieren. Aufgrund der guten Mitarbeit der NGO-Koordination in der Kerngrupe der "NGO-Plattform Menschenrechte" wurde sie angefragt, zu relevanten Berichten der Schweiz Stellung zu nehmen, so beispielsweise im Rahmen der Selbstevaluation im Zusammenhang mit dem OSZE-Präsidium der Schweiz.

Während des Evaluationsprozesses zur Umsetzung des Schweizer Aktionsplans zur Gleichstellung hat sich die NGO-Koordination bei den durchgeführten Hearings aktiv eingebracht. Parallel dazu hat die NGO-Koordination bei der Vorbereitung des NGO-Treffens in Genf zu den Themen Beijing +20 und der "Agenda post-2015" aktiv mitgewirkt und verschiedene Anlässe moderiert und organisiert. Die Koordinatorin wurde auch eingeladen, anlässlich des Frauensymposiums "Frauen, Frieden und Entwicklung in der Frankophonie" zu sprechen. Der Anlass diente der Vorbereitung des 15. Frankophonie-Gipfels von Dakar.

2. Aktivitäten

Aktionsplan zur Gleichstellung

Viele Aktivitäten hatten die Evaluation und Umsetzung der Aktionsplattform von Beijing in der Schweiz sowie den Schweizer Aktionsplan zur Gleichstellung von Frau und Mann zum Thema. So haben wir am vom IZFG im Auftrag des Bundes organisierten Hearing teilgenommen.

Im Rahmen unserer internationalen Aktivitäten waren die "Agenda post-2015" sowie die Umsetzung der Aktionsplattform von Beijing die Themen; sei es mit andern Frauen- oder feministischen Organisationen anlässlich der Konferenzen der Frauenrechtskommission CSW in New York, des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen (ECOSOC), der Sondersession der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) in Genf und bei weitern Gelegenheiten. Um unserem Anliegen Nachdruck zu verschaffen, haben wir gemeinsam mit dem Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten anlässlich der UNECE-Session einen Side Event organisiert, um zu zeigen, welche Lehren für die "Agenda post-2015" aus dem Aktionsplan gezogen werden könnten.p;

Globale Agenda für die nachhaltige Entwicklung post-2015

Die NGO-Koordination hat sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an dieser von der DEZA, insbesondere von Botschafter Michael Gerber, angeregten Diskussion beteiligt. Wir haben unsere Standpunkte an allen Sitzungen eingebracht, bei denen die Botschaft des Bundes und anschliessend das Verhandlungsmandat erarbeitet wurde. Die NGO-Koordination hat sich auch mit externen Experten vernetzt, die innerhalb der Delegation die Anliegen der Zivilgesellschaft für die "Agenda post-2015" vertreten haben. Schliesslich war die "Agenda post-2015" das Thema der Jahrestagung 2014.

Konferenz der Frauenrechtskommission CSW im März in New York

Die NGO-Koordination konnte mit Stella Jegher, Frauenrat für Aussenpolitik, und der Koordinatorin Anne Guyaz zwei hochkompetente Mitglieder der Schweizer Delegation stellen. Beide Expertinnen konnten einerseits viel als Mitglieder der Delegation zum guten Gelingen beitragen, andererseits konnten sie ihr persönliches Netzwerk im Interesse der Schweizer Zivilgesellschaft ausweiten. Für die Delegation konnten die beiden auch zwischen der internationalen Konferenz und dem NGO-Forum mit mehr als 6'000 Frauen erfolgreich vermitteln und vernetzen. Das Thema der CSW konzentrierte sich auf die Evaluation der Milleniumsziele (MDGs) und richtete den Blick auf die Nachfolgeagenda der nachhaltigen Entwicklung. 

UNO-Menschenrechtsrat in Genf

Dank ihres Status bei ECOSOC hat die NGO-Koordination im Rahmen des UNO-Menschenrechtsrats in Genf an frauenspezifischen Anlässen teilgenommen. Die Koordinatorin konnte bei der Gelegenheit ihr Netzwerk in Genf ausweiten.

Forum der NGOs in Vorbereitung der UNECE

Die NGO-Koordination war bei der Vorbereitung des Forums aktiv. Während des Forums hat die Koordinatorin einen Side Event zum Thema ‚the girl child‘ moderiert. Mit dabei als Panelistin und Expertin war ebenfalls Natalie Trummer, Vorstandsfrau der NGO-Koordination.

Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE)

Auch an der UNECE-Session über die Evaluation der Umsetzung der Aktionsplattform von Beijing hatte die NGO-Koordination die Ehre, Mitglied der Schweizer Delegation zu sein. Parallel dazu organisierte die NGO-Koordination einen Workshop zum Thema ‚Verhandlungspraxis auf multilateraler Ebene‘. Auch diese Aktivitäten erlaubten es der NGO-Koordination ihr Netzwerk im Hinblick auf die kommende 59. Session der CSW von 2015 auszubauen.

Jahresversammlung vom 30. März 2014

An der Jahresversammlung wurde Marie-Luce Baechler (SBLV) als Nachfolgerin von Kathrin Bertschi in den Vorstand gewählt. Auch wurde hier die Erhöhung des Arbeitspensums der Koordinatorin beschlossen und mit der Gutheissung der beantragten Statutenänderungen der 2014 durchgeführte Strategieprozess beschlossen.

NGO-Plattform Menschenrechte

Seit ihrer Gründung kann die NGO-Plattform Menschenrechte innerhalb der Kerngruppe und im Vorstand auf die NGO-Koordination zählen. Die Koordinatorin Anne Guyaz nahm in zwei Arbeitsgruppen Einsitz, einerseits in der Gruppe, die sich mit den Empfehlungen des UNO-Menschenrechtsrats im UPR-Verfahren auseinandersetzte, andererseits in der Gruppe, die sich mit der Zukunft des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte (SKMR) befasst. Ziel ist die Einrichtung eines nationalen Instituts für Menschenrechte gemäss Pariser Prinzipien.

Expertisen

Die Expertinnen der NGO-Koordination wurden bei verschiedenen Gelegenheiten gebeten, sich zu äussern, beispielsweise zur Selbstevaluation der Schweiz im Rahmen ihres OSZE-Präsidiums und zum Alternativbericht für die Gruppe GRETA (Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings) des Europarats oder während des Hearings der DEZA

Weitere Teilnahmen an noch nicht erwähnten Anlässen  

Die NGO-Koordination hat auch an Anlässen ihrer Mitgliedorganisationen teilgenommen, so beispielsweise beim SVAMV, an vom EBG durchgeführten Anlässen, wie beispielsweise der nationalen Konferenz zum Thema Häusliche Gewalt und Gesundheit, sowie an Anlässen des Departementes für Auswärtige Angelegenheiten, EDA.&

Mit grossem Interesse nimmt die NGO-Koordination jeweils auch an den Anlässen der parlamentarischen Frauengruppe teil.

3. Ausblick

Die NGO-Koordination konnte dieses Jahr erfreulich viel bewirken. Trotzdem wird die Arbeit nicht weniger. Eher wurde eine Dynamik in Gang gesetzt, die von der NGO-Koordination immer mehr fordert, weil ihr Nutzen und die qualitativ hochstehende Arbeit sowohl von ihren Mitgliedern wie auch von den externen Partnern in der Schweiz und im Ausland sehr geschätzt wird. Um den zunehmenden Anfragen nachkommen zu können, ist die NGO-Koordination auf weitere finanzielle Ressourcen angewiesen.

Ziel wird es auch im nächsten Jahr sein, uns weiter als Kompetenzzentrum zu positionieren und uns weiteren Kreisen bekannt zu machen, wie beispielsweise gegenüber andern NGOs, Behörden oder der Wirtschaft. Dabei ist es uns auch wichtig unser nationales und internationales Netzwerk weiter auszubauen.

Die NGO-Koordination schaut gespannt und voller Tatendrang auf das Jahr 2015. Wir freuen uns das 20-jährige Jubiläum von Beijing feiern zu dürfen.

4. Dank

Die NGO-Koordination bedankt sich vorab bei ihren zahlreichen Mitgliedorganisationen für die unermüdliche Arbeit, die sie in den verschiedensten Bereichen leisten. Sie dankt auch den Einzelmitgliedern, die ihre Verbundenheit und Treue mit der NGO-Koordination zeigen.

Die NGO-Koordination ist dem Generalsekretariat des EDA, ganz besonders der Gender Advisor Christine Schneeberger, zu grossem Dank für die exzellente und vertrauensvolle Zusammenarbeit verpflichtet.

Schliesslich dankt die NGO-Koordination allen Personen, die sie unterstützen, sei es durch eine Spende, durch Zusammenarbeit, Ermutigung oder Anerkennung.

Anne Guyaz, Februar 2015