Jahresbericht 2016

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Rückblick

2016 stand ganz im Zeichen der UNO-Frauenrechtskonvention CEDAW und dem Berichtsverfahren, dem sich die Schweiz regelmässig zu stellen hat. Dabei wird nicht nur die offizielle Schweiz und ihr Staatenbericht angehört. Vielmehr ist auch die Zivilgesellschaft eingeladen mit ihrem Schattenbericht Ergänzungen, Vergessenes und Kritisches einzubringen.

Die Einschätzungen der dreissig Mitgliedorganisationen der NGO-Koordination post Beijing Schweiz sowie weiterer NGOs mit Fachwissen zur Lage der Frauen in der Schweiz wurden da- bei in einem aufwendigen Verfahren von der Projektgruppe gesammelt, gesichtet, gewertet und schliesslich eingereicht.

Die NGO-Koordination anerkennt die zahlreichen Fortschritte, zeigt sich aber auch besorgt über den langsamen Wandel hin zu einer gleichberechtigten Gesellschaft. So sind Frauen in Verwaltung, Wirtschaft und Politik immer noch untervertreten, Geschlechterstereotypen sind omnipräsent, geschlechtsspezifische Gewalt bleibt die häufigste Gewaltform in der Schweiz, Frauen verdienen immer noch deutlich weniger als Männer und die Ehepaarbesteuerung sorgt immer noch für einen negativen Anreiz, wenn es darum geht, dass Frauen aus dem Erwerbsleben austreten und sich stattdessen für die unbezahlte Familienarbeit entscheiden.

Um einzelnen Themen eine grössere Sichtbarkeit zu geben, haben die Mitgliedorganisationen FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration und TERRE DES FEMMES Schweiz eigene Schattenberichte eingereicht. So hat TERRE DES FEMMES Schweiz in ihrem Schattenbericht auf das vergessene Thema der Flüchtlingsfrauen hingewiesen, FIZ auf Frauenhandel und Prostitution/Sexarbeit.

Der Schattenbericht war auch das Thema unserer alljährlichen Tagung in Bern. Den Bericht hat unsere Präsidentin Vivian Fankhauser-Feitknecht an der Presession im Frühjahr und dann im November an der Session für die Zivilgesellschaft beim zuständigen CEDAW-Ausschuss in Genf vorgestellt. Ihre herausragende Kenntnis zur Situation von Frauen- menschenrechten in der Schweiz und ihre langjährige Erfahrung waren dabei ein grosser Vorteil. So sind denn auch einige unserer Forderungen in die Empfehlungen des Ausschusses an die Schweiz eingeflossen.

Der Schattenbericht wurde an alle Parlamentarierinnen, Mitwirkende und Interessierte verschickt. Er kann zudem über unsere Website heruntergeladen werden.